Der Griff zur kleinen Plastikkarte bei Bezahlvorgängen wird immer seltener, stattdessen wird direkt das griffbereite Smartphone mit aktiviertem NFC an das Lesegerät gehalten. Schon ist die Transaktion gelaufen. Während im B2C-Bereich Usability längst eigene Spezialisten hat, findet man sie in Wirtschaftsprozessen häufig unter „ferner liefen“: Submenüs und verschachtelte Navigationspfade mit kryptischen Abkürzungen sind – noch – die Norm in der Industriesoftware.
Lernen vs. Können
Dabei liegt in der Anpassung an existierende Nutzergewohnheiten enormes Potential. Statt neuen Kommissionierer*innen mühsam zu erklären, wie der Workflow bei einem Gerätewechsel läuft, kann einfach abgekürzt werden mit „Wie beim kontaktlosen Bezahlen mit dem Smartphone. Dem gegenübergestellt, sieht aktuelle Lagerrealität meist noch so aus:
- Zu einem Terminal in der Nähe der Ersatzgeräte gehen
- Die Geräteverwaltung des Drittanbieters aufrufen
- Dort das eigene MDE auswählen
- „Status übertragen“ auswählen
- Neues MDE aus der Liste suchen und nochmal bestätigen
- Auf die Übertragung des Status der Drittanbietersoftware an das WMS warten
- Je nach Software nochmal bestätigen, denn sicher ist sicher
Zwar gibt es Varianten, die das festinstallierte Terminal umgehen, indem sie QR-Codes oder die Nutzeranmeldung am Gerät verwenden. Das reduziert zwar die Komplexität, wirft unter Umständen aber neue Probleme auf: Anmeldedaten müssen parat sein und das Auslesen des QR-Codes muss fehlerfrei funktionieren. Und im Hintergrund muss die Kommunikation zwischen Drittanbietersoftware und WMS reibungslos funktionieren.
KISS – Keep it simple (and) short
Unsere Antwort: Die Geräteverwaltung gehört ins WMS. Deshalb erweitern wir mit SML.BUMP unsere in TUP.WMS integrierte Geräteverwaltung um genau die Geste, die jeder längst kennt. Die Industrie kennt bereits einen ähnlichen Vorgang als „Tap-to-Pair“ – dort primär zur Kopplung von MDEs und Scannern. Wir gehen einen Schritt weiter: Zwei Geräte werden aneinandergehalten, Tokens werden ausgetauscht, dieselbe bewährte Sicherheitslogik wie bei virtuellen Kreditkarten sorgt dafür, dass niemand die Kontrolle verliert und schon geht die Arbeit auf dem neuen Gerät weiter. Aus sieben Schritten wird eine Geste. Der Gewinn liegt nicht nur in der Usability, sondern darin, was an Koordinationsaufwand wegfällt: kein Schulen, kein Erklären, kein Nachdenken. Dran halten, fertig.
Wie wir Usability und Prozesssicherheit denken
Unser Ansatz „Software follows function“ hat seine Wurzeln im Bauhaus-Prinzip „Die Form folgt der Funktion“. Für uns heißt das: Wir betrachten Lagerabläufe nicht durch die Softwarebrille, um sie anschließend in Menüs zu pressen. Wir denken die Menschen mit, die jeden Tag diese Prozesse mit Leben füllen. Deshalb lagern wir Komplexität dorthin aus, wo sie hingehört: in die Automatisierung im Hintergrund. Was übrig bleibt, ist das, was zählt: Reibungslose, intuitive Prozesse, die die Arbeit unterstützen anstatt sie nur zu verwalten.