Wenn heute über moderne Logistik, automatisierte Materialflüsse oder intelligente Robotik gesprochen wird, führt in Deutschland kaum ein Weg am Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) vorbei. Das Institut blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück: Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1901 zurück und machen es zu einer der traditionsreichsten Einrichtungen seiner Art weltweit.
Die Geschichte des IFL begann mit der Gründung des Lehrstuhls für Hebe- und Transportmaschinen an der damaligen Technischen Hochschule Karlsruhe durch den Ingenieur Georg Benoit. Dieser Lehrstuhl gilt als der weltweit erste seiner Art. Schon damals standen Fragen des Transports von Gütern, der Konstruktion von Förderanlagen und der technischen Effizienz im Mittelpunkt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Institut kontinuierlich weiter und passte seine Forschungsschwerpunkte an die Bedürfnisse von Industrie und Gesellschaft an.
Nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs musste das Institut nahezu vollständig neu aufgebaut werden. Unter der Leitung von Hermann Donandt gelang der Wiederaufbau. Gleichzeitig wurden neue Forschungsfelder erschlossen, insbesondere im Bereich der Aufzugstechnik und der Fördertechnik für Schüttgüter. In den folgenden Jahrzehnten prägten Persönlichkeiten wie Erich Bahke und Dieter Arnold die Entwicklung des Instituts entscheidend. Unter ihrer Führung verlagerte sich der Fokus zunehmend von der reinen Maschinenkonstruktion hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung von Materialfluss und Logistik. Themen wie Simulation, Lagertechnik, Distributionszentren und automatisierte Materialflusssysteme rückten in den Mittelpunkt.
Ein wichtiger Meilenstein war der Umzug in das heutige Institutsgebäude im Jahr 2000. Die modernen Labor- und Versuchshallen ermöglichten es, Forschung unter realitätsnahen Bedingungen durchzuführen. Seit 2005 wird das Institut von Kai Furmans geprägt, der insbesondere die Bereiche Produktions- und Distributionslogistik ausgebaut hat. Heute forscht das IFL unter anderem an Industrie-4.0-Anwendungen, autonomen Robotersystemen, Künstlicher Intelligenz, nachhaltigen Logistikprozessen und der Optimierung komplexer Materialflüsse.
Die Bedeutung des IFL reicht weit über die Wissenschaft hinaus. Viele Entwicklungen des Instituts fließen direkt in industrielle Anwendungen ein. Unternehmen profitieren von den Forschungsergebnissen bei der Planung von Logistikzentren, der Automatisierung von Lagerprozessen oder dem Einsatz mobiler Roboter. Darüber hinaus bildet das Institut seit Generationen hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure aus, die heute in führenden Positionen der Industrie tätig sind. Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Verbänden hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das IFL national und international einen hervorragenden Ruf genießt.
Das Jubiläum des Instituts ist deshalb weit mehr als ein Blick zurück auf eine beeindruckende Historie. Es zeigt, wie kontinuierliche Forschung, Innovationskraft und enge Industriepartnerschaften über mehr als ein Jahrhundert hinweg dazu beigetragen haben, die Entwicklung der Fördertechnik und Logistik entscheidend mitzugestalten. In einer Zeit, in der Lieferketten, Automatisierung und nachhaltige Logistik immer wichtiger werden, bleibt das IFL ein zentraler Impulsgeber für die Logistik von morgen.
TUP als erste Ausgründung
TUP war vor 46 Jahren die erste Ausgründung aus dem IFL; und die Geschichte des IFL und von TUP zeigt, dass starke Verbindungen weit über gemeinsame Wurzeln hinausreichen. Sie leben von Menschen, die über Jahrzehnte hinweg Wissen teilen, Vertrauen aufbauen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aktiv gestalten.
Dass diese Verbindung bis heute Bestand hat, wurde auch beim Jubiläum deutlich: Dr. Meike Kramer, Mitglied unserer Geschäftsführung, überbrachte persönlich die Glückwünsche. Das IFL kennt sie aus eigener Erfahrung – bevor sie zu TUP wechselte, leitete sie dort die Abteilung Lager- und Fördertechnik. Damit steht sie exemplarisch für den engen Austausch, der beide Institutionen seit vielen Jahren verbindet.
Manche Partnerschaften überdauern Generationen. Die zwischen dem IFL des KIT und TUP ist eine davon. Wir gratulieren herzlich zum 125-jährigen Jubiläum und freuen uns auf viele weitere Jahre des gemeinsamen Austauschs und der Zusammenarbeit.
Weitere Ausgründungen des IFL sind übrigens: