Der Projektpartner ist einer der weltweit führenden Anbieter von Schmuck und Modeaccessoires. Das Unternehmen beliefert über 30.000 Verkaufsstellen in 22 Ländern. Von seinem zentralen Distributionszentrum in Deutschland aus werden täglich bis zu 400.000 Teile – von Piercings über Uhren und Sonnenbrillen bis hin zu textilen Accessoires – kommissioniert und ausgeliefert. Die Intralogistik des Fashion- & Lifestyleunternehmens ist geprägt von extremer Dynamik und hoher Artikelvielfalt. Mit bis zu 400.000 Picks pro Tag, 150.000 Picks pro Batch und hochgradig saisonalen Auftragsspitzen, wie sie etwa rund um den Black Friday oder zu Weihnachten auftreten, präsentiert sich das Logistikzentrum als enorm leistungsstark. Tendenz steigend.

Multihost- und Multilager-System

Als innovationsgetriebenes Unternehmen suchte das Kundenunternehmen ein Warehouse Management System (WMS), das sowohl den hohen Automatisierungsgrad als auch die spezifischen Prozesse optimal abbilden konnte. Besonderes Anliegen war dabei auch die Ungebundenheit gegenüber ERP-Systemen sowie die Möglichkeit, dauerhaft flexibel auf neue Anforderungen reagieren zu können. In TUP fand das Modeaccessoire-Unternehmen den passenden Partner. Die im gemeinsamen Projekt entwickelte Softwarelösung ist als Multihost- und Multilager-System ausgelegt, d.h. das WMS kann mit mehreren ERP-Systemen an beliebig vielen Lagerstandorten agieren. Um einer möglichen Internationalisierung gerecht werden zu können, ermöglicht das System von Haus aus die Möglichkeit, Mehrsprachigkeit abzubilden.

Lagerautomatisierung für heterogene Logistikprozesse

Im Juli 2023 startete das gemeinsame Projekt mit dem Ziel, das bisherige Lagerverwaltungssystem schrittweise durch ein individuell entwickeltes TUP.WMS abzulösen. „Dabei sollten globale Nutzungsszenarien ebenso berücksichtigt werden wie die Fähigkeit, heterogene Logistikprozesse effizient zu steuern.“, berichtet TUP-Projektleiter Paul Lochmann. Das Logistikzentrum verfügte zu diesem Zeitpunkt über zwei Automatische Kleinteilelager (AKL) sowie ein Hochleistungs-AKL (SQS), die sowohl für Lagerkartons als auch für Versandeinheiten verwendet werden. Zur Sortierung der Ware stehen zwei Kommissionier-Sorter mit jeweils 608 Endstellen für Versandkartons zur Verfügung. Neben der automatisierten Lagerhaltung bietet das Lager auch manuelle Kommissionierbereiche mit Paletten-, Durchlauf- und Fachbodenregalen. Zum Go-live der TUP-Software wurde die bestehende Anlagentechnik zudem um einen weiteren Sorter für großvolumigere Produkte sowie, diesen bedienend, ein Adapto-Shuttle-Lager zur Sortierung des Artikelsortiments erweitert. Damit umfasst das Projekt heute insgesamt drei Sorter und vier Automatikbereiche, die zentral über das WMS gesteuert werden.

Hochspezialisierte Kommissionierung für Millionen Einzelartikel

In der Kommissionierstrategie des Projektpartners erfolgen alle Picks in Stückzahl 1. Material kommt per Sorter an Pick-to-Bucket-Stationen an, wird dort manuell kommissioniert und auf die Versandkartons verteilt. Das speziell von TUP für das Modeaccessoire-Unternehmen entwickelte WMS arbeitet batchorientiert, wobei das System flexibel anhand der vorhandenen Infrastruktur skaliert werden kann. Die drei AKL-Systeme bilden das Rückgrat eines sehr schnellen Konsolidierungsprozesses: Ein großvolumiges AKL dient als Warenspeicher, ein zweites als Puffer, und das SQS-Hochleistungs-AKL sorgt für die schnelle Bereitstellung von Artikeln an die Kommissionierstationen. Bei der Sortierung großvolumiger Artikel werden Batches höchsteffizient und stückgenau über das Adapto-Shuttle-Lager vorkommissioniert und anschließend von dem dritten Sorter sortiert.

Neues WMS mit perfektem Fit

Das passgenau entwickelte Warehouse Management System ist präzise auf die individuellen Anforderungen der Accessoire-Logistik zugeschnitten. Es bietet:

  • Multimandantenfähigkeit für den internationalen Einsatz
  • Eine vollständig webbasierte Benutzeroberfläche (WebGUI), die auf jedem Endgerät via Browser zugänglich ist
  • Ein Container-Cluster-basiertes Deployment (Kubernetes-Cluster, Continuous Integration & Development per GitOPS), das kontinuierliche Updates, auch während des Betriebs und Skalierbarkeit erlaubt
  • Integrierte Analytics– und Dashboard-Funktionalitäten für Echtzeit-Monitoring des Betriebs und Langzeitanalysen von Vergangenheitsdaten

„Auf Basis unseres TUP.WMS haben wir eine maßgeschneiderte Warehouse Management Software geschaffen, die sowohl die operativen Prozesse optimal abbildet als auch die IT-Anforderungen des Kunden an Flexibilität und Zukunftssicherheit erfüllt. Durch seine modulare Architektur bleibt das System jederzeit erweiterbar. “, fasst TUP-Projektleiter Paul Lochmann zusammen. Betrieben wird das System on-premises auf eigener Serverhardware des Modeaccessoire-Unternehmens. TUP ermöglicht seinerseits alle Varianten der Systemintegration und kann somit flexibel auf die Bedürfnisse und Präferenzen seiner Projektpartner eingehen ‒ auch wenn diese sich zu einem späteren Zeitpunkt ändern sollten.

User Experience (UX) im Fokus: WebGUI für alle Arbeitsbereiche

Das neue Warehouse Management System nutzt die neue TUP.WebGUI und profitiert auch in Zukunft durch Updates mit neu entstandenen Funktionen und Erweiterungen. In der webbasierten Benutzeroberfläche vereint TUP die gewohnte Arbeitsweise des Lagerpersonals mit den Möglichkeiten einer modernen, dynamisch skalierbaren Browseroberfläche. Die WebGUI bildet die unterschiedlichen Rollen und Workflows ab – vom Leitstand bis zur Kommissionierstation. Ob am Desktop oder auf mobilen Endgeräten lässt sich das WMS geräteunabhängig nutzen. Durch enge Abstimmung mit den operativen Teams profitiert der Projektpartner von intuitiven, nutzerfreundlichen Dialogen, die fortlaufend weiterverfeinert werden können.

Erfolgreicher Go-Live im Hochleistungsbetrieb

Die Umstellung auf das TUP.WMS erfolgte schrittweise, da der Betrieb im Lager jederzeit unter Volllast laufen musste. Hierbei war in der Migrationsphase ein Parallelbetrieb des Bestands-WMS und des von TUP erstellten WMS möglich, so dass die drei im Lager vorgehaltenen Brands unabhängig voneinander in Betrieb genommen werden konnten. In enger Abstimmung mit dem Kunden wurden die Prozesse pro Brand migriert, getestet und optimiert.

Ein WMS, das mehr schafft

Heute steuert der Global Player in Sachen Schmuck & Accessoires mit einem hochleistungsfähigen TUP Warehouse Management System an seinem deutschen Lagerstandort die Gesamtheit seiner Logistikprozesse, von Wareneingang über Auftragsbearbeitung bis Warenausgang. Das System ermöglicht es, enorme Kommissioniermengen zuverlässig und in Rekordzeit zu bewältigen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der schnelllebigen Fashion-Branche.

Die von vornherein angestrebte Multilagerfähigkeit ermöglicht es dem Projektpartner heute, diese erfolgreiche sowie vorteilhafte Entwicklung auch an weiteren Standorten in die Praxis zu überführen. Gleich nach Go-live des individualisierten TUP.WMS starteten die beiden partnerschaftlich verbundenen Unternehmen in mehrere internationale Folgeprojekte.

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