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Social Media – aber wie? TUP-Redakteur Markus Henkel an der Karlshochschule

Socialmedia_Vortrag

Markus Henkel, Redakteur von DR. THOMAS + PARTNER, hielt auf Einladung von Professor Dr. Christian Stiegler, einen Vortrag zum Thema “Social Media“ an der Karlshochschule. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Sendeformat “Das kleine Fernsehspiel“ des ZDF startet damit für die Studenten der international renommierten Universität eine Workshop-Reihe zu einem Thema, das „viele Möglichkeiten mit entsprechenden Risiken paart“, so Henkel. In seinem zweistündigen Vortrag setzte der Redakteur ein “Ja“ zu Social Media voraus, fügte dem “Wie“ aber das entscheidende Fragezeichen hinzu.

Kommunikation: altes Werkzeug, neues Medium

Markus Henkel war es wichtig, “Social“ und “Media“ getrennt voneinander zu betrachten. “Social“ steht seiner Meinung nach für die Netzwerke, für das Übertragungsmedium, wie beispielsweise Twitter und Facebook. “Media“ dagegen beinhaltet den Content, die eigentliche Information. Ähnlich wie bei einem Gespräch, bei dem eine Nachricht vom Absender zum Empfänger übermittelt wird, wird diese Botschaft nun vernetzt und auf eine Online-Plattform gehoben, die sich vor allem in ihrer Reichweite unterscheidet.
Die Herausforderung heute: Was damals Tage bis Wochen zur Übermittlung erforderte, ist heutzutage nur einen Klick entfernt. Das erfordere eine gewisse Medienkompetenz über die Informationsflut. „Das Geheimnis selbst liegt irgendwo zwischen ausprobieren und dem richtigen Konsumieren“, so Markus Henkel.

„Twitter ist ein Muss“

TwitterMit seinen knapp 2.000 Followern, bildet Twitter die zentrale Anlaufstation von Markus Henkel: „Twitter ist für mich der News-Kanal schlechthin. Zum einen gelange ich dort auf dem schnellsten Wege an aktuelle News und kann sofort reagieren, zum anderen ist es für mich das Netzwerk für die Kommunikation, die früher über E-Mail oder Telefon passierte“, erklärt der Journalist weiter. Auch im beruflichen Rahmen nutzt die Redaktion von DR. THOMAS + PARTNER das Netzwerk Twitter: „Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass Twitter für unsere Firmenpräsenz und für unsere Wissensplattform Logistik KNOWHOW die größere Reichweite im sozialen Medium erreicht. Zukünftig sind aber auch andere Netzwerke für unsere Redaktion denkbar.“

Snapchat: Fraglich aber nicht ohne Paradebeispiele

Netzwerke wie Google Plus, Xing und YouTube wurden in diesem Vortrag nSnapchatur am Rande behandelt, da sich die die Social-Media-Kanäle Instagram und Snapchat speziell bei den Studierenden als sehr beliebt herauskristallisierten.
Für den Social-Media-Kanal Snapchat hatte Henkel, trotz seiner Skepsis für die Plattform, dennoch ein gutes Beispiel parat. In ihren Videos auf dem Portal, behandelt die in Belgien lebende Deutsche Eva Schulz Themen aus Gesellschaft und Politik. Der gemeinsame Konsens lautete: „Snapchat ist so etwas wie eine Puzzle-Story, in der viele einzelne Bilder ein Ganzes ergeben – etwas Lebendiges.

Demokratisierung des Wissens

Mit ihrer Präsenz im Netzwerk, die der Funktion eines Korrespondenten nahekommt, unterstreicht Schulz eine entscheidende Aussage von Markus Henkel: „Heute seid Ihr mit den entsprechenden Tools und einer guten Recherche selbst Produzenten. Das führt im Dialog mit den klassischen Medien zu einer Demokratisierung des Wissens.“
Ein spannendes Finish des Vortrags war die Thematik „Shitstorm“. Anhand eines Beispiels zeigte Markus Henkel auf, wie eine Lappalie einen Shitstorm auslösen kann. „Bei der Umgehung solcher digitalen Empörungswellen zahle sich eine Authentizität in der Kommunikation aus: Wenn Fehler passieren, muss man zu ihnen stehen“, warnt Henkel.

„Wer eine Möglichkeit für die Diskussion anbietet, muss auch mit interagieren“

Social_Media_filternUntragbar sei es für den Referenten, wenn Medienexperten ihre Kanäle nicht pflegen: „Wenn ich eine Möglichkeit für die Diskussion anbiete, muss ich auch interagieren und nicht die Sache totlaufen lassen“. Wenn er selbst auf eine Antwort in den sozialen Netzwerken einen Tag warten müsse, sei das für den Journalisten bereits unbefriedigend. Als gute Beispiele für gelungene Social-Media-Kommunikation nannte er die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom. In punkto Reaktionszeit und gelungener Korrespondenz mit den Followern erfüllen beide Unternehmen eine Vorbildfunktion.

Für die nächsten fünf Jahre prognostiziert Markus Henkel eine Ablösung der klassischen Online-Medien zugunsten der sich weiter expandierenden Social-Media-Kanäle. Schon jetzt werde deutlich, dass Social Media als Newskanal genutzt und wahrgenommen werde. Um am Ende aber eine möglichst objektive Sicht auf Nachrichten und das Weltgeschehen zu bekommen, wird seiner Meinung nach das Filtern von Nachrichten seitens der Produzenten sowie der Nutzer unabdingbar.

„Das Management eines Unternehmens hat den Medienexperten nichts zu sagen“

Weiter riet der Journalist sich in der Social-Media-Welt auch einfach mal auszuprobieren, aber auch dort gelte: „Privater Versuch verzeiht Online-Leichen, Unternehmenskommunikation nicht“. Gerade weil die Nutzung von sozialen Netzwerken sehr einfach ist, trage man gegenüber anderen und zum eigenen Schutz, eine hohe Verantwortung. Ginge es nach Henkel, würde soziale Kompetenz zum Pflichtfach in Schulen. Weil der Journalist die Social-Media-Kommunikation sowohl privat als auch beruflich pflege, bewähre sich im Netzwerk, wie schon im realen Leben, Berufliches und Privates zu trennen: „Auf meinem privaten Twitter-Account nehme ich bei Themen, die mich bewegen kein Blatt vor den Mund. So kennt mich meine Community und das zeichnet meine Aktivität aus. In der Redaktion bei DR. THOMAS + PARTNER achten meine Kollegen und ich natürlich diese Authentizität, zusätzlich tragen wir aber eine unternehmerische Verantwortung gegenüber TUP und richten unsere Aktivität auf Twitter dementsprechend am guten Ton des Unternehmens aus.“

Und eines war dem Social-Media-Experten besonders wichtig: „Das Management in einem Unternehmen hat den Medienexperten nichts zu sagen. Lasst Euch da nicht reinreden“, riet er den angehenden Medienmanagern und beendete seinen impulsstarken Vortrag mit dem dringenden Wunsch an die Studenten, sich in den sozialen Netzwerken einmal über den Konsum hinaus als aktive Nutzer auszuprobieren.

Teaser: Ibrahim.ID  (Lizenz: CC-BY-SA-4.0)