Social Media darf von Unternehmen nicht einfach so ignoriert werden. Da sind sich die meisten Experten einig. Doch welche Strategie sollte man dabei forcieren? Welche Netzwerke sind für das jeweilige Unternehmen wichtig? Das mittelständische Unternehmen TUP zeigt auf, welche sozialen Dienste und anderweitigen Bestrebungen beim Intralogistik-Spezialisten genutzt werden, um mehr Reichweite, Kunden und Mitarbeiter zu generieren.

Zwei Drittel der deutschen Unternehmen (KMUs) sehen in Social Media wichtige Kommunikationskanäle. Das zeigt eine 2012 von Bitcom in Auftrag gegebene Studie. Von immerhin 723 befragten mittelständischen Firmen nutzen 47 Prozent bereits Social-Media-Kanäle, 15 Prozent haben vor, in Zukunft in diesem Segment aktiv zu werden.

Eine andere Studie von 2013 der Initiative Antrieb Mittelstand nimmt dagegen eine völlig andere Position ein und bescheinigt den KMUs eher ein schlechtes Social-Media-Engagement. Laut dieser nutzen in Unternehmen 80 Prozent der Angestellten noch die klassische E-Mail, um mit Kunden und Interessenten in Kontakt zu treten. 78 Prozent setzen immerhin auf Corporate Websites, nur 23 Prozent versuchen sich in Social Media.

Bei TUP stellte sich anfangs nicht die grundsätzliche Frage, ob wir überhaupt soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder GooglePlus bedienen wollen, denn die Geschäftsführung selbst zeigte großes Interesse an den neuen Möglichkeiten durch das Social-Web und initiierte erste Schritte. Mittlerweile machen wir es einfach und arbeiten dabei auch an einer langfristigen Strategie. So schlossen wir Facebook bereits zu Beginn aus der Planung aus, da die Branche sehr technikaffin ist und somit nicht der typischen Facebook-Zielgruppe entspricht. Bleiben klassisch gesehen Twitter, GooglePlus, XING für die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern sowie eine eigene Homepage inklusive Blog für uns relevant. Auf letztere verzichten laut der besagten Initiative immerhin 22 Prozent der Unternehmen in Deutschland. Wir stehen also nicht einmal schlecht da.

Social Media bei TUP

Dennoch, die nächsten Schritte werden für TUP spannend. Warum? Wir müssen Schritt für Schritt die Kommunikation im Unternehmen anpassen, Organisationsstrukturen der Redaktion neu justieren und dabei das bereits vorhandene authentische Kommunikationsverhalten nach außen sowie intern aufrechterhalten.

Wie bereits erwähnt setzen wir seit einigen Monaten auf WordPress und haben unsere Internetpräsenz komplett neu aufgesetzt. Zudem integrierten wir auch gleich dieses Blog, welches via Twitter und GooglePlus gestreut wird. G+ ist derzeit unser Favorit in Sachen soziale Netzwerke. Zum einen wegen den belebten Communities, zum anderen, weil sich dort mehr Software-affine Nutzer tummeln, als beispielsweise auf Facebook.

Für das Blog selbst ist derzeit zwar noch keine Kommentarfunktion geplant, in Zukunft ist diese aber sicher nicht wegzudenken. Eine weitere Baustelle ist gleichzeitig ein Steckenpferd des Unternehmens: Auf dem Wissensportal Logistik KNOWHOW können Interessierte sich in die Firmen-relevanten Themen Logistik, Intralogistik und E-Commerce einlesen. In regelmäßigen Abständen werden dort neue Artikel veröffentlicht. Unternehmen haben sogar ihr Interesse bekundet, bei demProjekt „Wissensplattform“ mitzumachen. Man könnte es fortan sogar als kleine Community sehen.

Vernetzung ein wichtiger Bestandteil

Das Vernetzen mit den unterschiedlichen Interessengruppen sowie Unternehmen wird zudem engmaschiger. So sind wir über das Cyberforum in Karlsruhe mit zirka 1.000 Unternehmen vernetzt. Das Netzwerk veranstaltet außerdem regelmäßig Workshops und Vorträge, zu denen wir in Zukunft alle Mitarbeiter via Newsletter herzlich einladen. Außerdem verfügen wir über ein geballtes Know-how in Sachen Logistik, Softwareentwicklung und Planung. Dieses Wissen teilen wir regelmäßig in Vorlesungen an den verschiedenen Universitäten. Der Gründer Prof. Dr. Thomas ist dabei sicherlich als das Aushängeschild zu sehen, da er in der Vergangenheit auch einen Lehrstuhl bekleidete. Der Dialog mit den Studenten steht dabei immer im Vordergrund.

Fazit:

Für uns endet Social Media nicht bei Twitter und GooglePlus; vielmehr beschreibt der dehnbare Begriff einen Dialog auf allen Ebenen. Wir nehmen Social Media als Chance wahr und ernst, entwickeln derzeit immer wieder völlig neue Strategien, die kurzfristig realisierbar sind, aber auch langfristig bestand haben sollen. Wir sind uns allerdings auch sicher, dass die Netzwerke alleine nicht die Lösung für den ersehnten Wettbewerbsvorteil sind. Sie sind ein zusätzliches Werkzeug, um mit Interessenten und Kunden, auch außerhalb der sicheren und abgeschotteten Projekt-Kommunikation, in Kontakt treten zu können. Grundsätzlich halten wir fest, dass wir Social Media hauptsächlich für Werbe-, Marketing- und PR- Zwecke nutzen. Aber auch die Möglichkeit Hochschul-Absolventen und andere potenzielle Mitarbeiter darüber ansprechen zu können, ist für uns ein hilfreiches Feature. Zudem geben uns die entsprechenden Netzwerke und Events die Möglichkeit, den vermeintlich verstaubten Mittelstand modern vorzustellen sowie erste Einblicke in das Arbeitsklima und das vorhandene Know-how bei TUP zu geben.

Bildrechte: Das Bild steht unter CC BY-SA 3.0-Lizenz. Autor: Sofiaperesoa